„Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling

Kurzbeschreibung:

Mit »Ich bin dann mal weg« hat er Millionen Leser inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen.
»Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht „berühmt werden“? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste …«

Meine Meinung:

Irgendwie hatte ich mit einer Biografie gerechnet, inklusive den ersten Jahren im TV Business – stattdessen geht es aber mehr oder weniger nur um Hape Kerkelings Kindheit. Und das ist auch gut so! Ich wurde von Anfang an von seinem Erzählstil mitgerissen, habe alle Omas, Tanten und Nachbarinnen sofort in mein Herz geschlossen, inklusive dem kleinen Hape mit der Rubensfigur.🙂 Und ich habe Rotz und Wasser geheult, als er von der schlimmsten Nacht seines Lebens erzählt hat. Die Tragödie bahnte sich ja langsam an und ich muss sagen, dass es mich schon sehr berührt und bedrückt hat. Ich wünsche mir wirklich, dass so ein Schicksal in der heutigen aufgeklärteren Zeit nicht mehr vorkommt, fürchte aber, dass es immer noch genau so passieren kann. Auch die anschließenden Erzählungen über die Tage und Wochen danach haben mich sehr betroffen gemacht und ich finde es unglaublich, dass sich Kinder von solchen Schicksalsschlägen wieder erholen können.

Alles in allem ein Top-Buch, dass ich in drei Tagen verschlugen habe! Sehr zu empfehlen!

Mein Rating:  * * * * 1/2 

„Die Toten, die niemand vermisst“ von Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt

Kurzbeschreibung:

In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt – doch aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei birgt kurz darauf sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Sie alle wurden zur gleichen Zeit verscharrt. Als man Stockholm um Verstärkung bittet, reist Kommissar Höglund mit seinem Team in die Provinz. Aber nicht nur die Spannungen zwischen dem Kriminalpsychologen Bergman und seiner Tochter Vanja belasten die Arbeit. Die Identität der Toten gibt viele Rätsel auf. Niemand scheint sie zu vermissen.

Meine Meinung:

Dies ist nun der 3. Sebastian Bergman Krimi und ich habe ihn wieder verschlungen! Teilweise irritieren mich immer noch ein wenig die ständigen Perspektivwechsel innerhalb eines Absatzes, auf der anderen Seite finde ich es aber auch ein klasse Stilmittel. Diesmal gab es extrem viele Erzählstränge, die erst am Ende zusammengefügt wurden, was mich aber auch nicht wirklich gestört hat.

Der Leichenfund spielt erstmal nur eine Nebenrolle und Sebastian hat gar nicht wirklich mit den Ermittlungen zu tun. Stattdessen tut sich wieder sehr viel in seinem Privatleben. Es ist unglaublich, wie man trotz aller Boshaftigkeiten und Gemeinheiten trotzdem mit einem so schwierigen Charakter wie Sebastian mitfiebert und ihn nicht nur versteht sondern auch irgendwie mag. Er verwickelt sich immer mehr in Lügen und ich befürchte, der große Knall lässt nicht mehr lange auf sich warten. Wie sich im letzten Kapitel ja auch schon ankündigt – meine Güte, was für ein Cliffhanger!

Die Auflösung des Mordfalls fand ich sehr interessant und spannend geschildert, auch wenn die wirklich bösen Buben mal wieder davonkommen. Ein bisschen wurde ich hier öfters an die Milennium Trilogie von Stieg Larsson erinnert. Alles in allem war es wieder ein klasse Buch, eine tolle Reihe und ich hätte noch tagelang weiterlesen können.

Mein Rating: * * * * *

„Die Auserwählten – Maze Runner“ Trilogie von James Dashner

maze runner deutsch

Kurzbeschreibung:

Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet: eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Doch er ist nicht der Einzige. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht er einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Ist das Ganze eine Prüfung? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um das herauszufinden.

Meine Meinung:

Um nicht zu spoilern, kann ich nicht viel zur Inhaltsbeschreibung des zweiten und dritten Bands der Trilogie sagen – nur soviel: Alles ist anders als es zuerst scheint und Thomas und seine Freunde werden noch mehr Prüfungen überstehen müssen, bis sich das wahre Ausmaß der Katastrophe offenbart.

Ausnahmsweise habe ich hier zuerst den Film gesehen, der mir so gut gefiel, dass ich nun auch unbedingt die Bücher lesen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der erste Band ist sogar noch viel besser als der Film und ich wundere mich, dass so viele für die Geschichte wichtige Dinge bei der Verfilmung außen vor gelassen wurden.

Der zweite Band, indem Thomas und seine kleine Gruppe von Mitstreitern eine Wüste durchqueren müssen, hat mir auch sehr gut gefallen. Allerdings fand ich die Geschichte an manchen Stellen doch etwas zu überdreht. Deshalb hat dieses Buch nicht ganz die volle Punktzahl von mir bekommen.

Der dritte Band hat das allerdings wieder wett gemacht! Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen. Es war so spannend und interessant mehr über die Außenwelt zu erfahren, über die Sonnenerruption und deren Folgen für die Erde und die Menschheit. Den Showdown fand ich etwas rausgezögert und übertrieben, wobei das Ende dann doch sehr ergreifend war und mich ziemlich zum Nachdenken gebracht hat.

Alles in allem eine tolle Trilogie!! Ich bin ja etwas sensibel was Endzeitszenarien angeht – sowas beeindruckt mich immer sehr. Diese Geschichte fand ich einfach fantastisch ausgedacht. Am Ende sieht immer die Natur und der Mensch muss einsehen, dass er keinerlei Kontrolle hat.

Mein Rating:  * * * * *

„Bretonisches Gold“ von Jean-Luc Bannalec

Kurzbeschreibung:

Die spektakulären Salzgärten auf der Guérande-Halbinsel. Der Veilchenduft des Fleur de Sel in der Erntezeit, von dem die alten Salzbauern erzählen, er erzeuge bisweilen Hirngespinste. Das glaubt auch Kommissar Dupin, als er in den Salinen aus heiterem Himmel angegriffen wird. Eigentlich war Kommissar Dupin froh, dem leidigen Papierkram zu entkommen und einen Ausflug ins »Weiße Land« zwischen tosendem Atlantik und idyllischen Flüssen zu unternehmen. Doch als er sich dort für Lilou Breval, eine befreundete Journalistin, nach mysteriösen Fässern umsieht, gerät er unversehens unter Beschuss. Der Täter ist nicht auszumachen, und wenig später verschwindet Breval spurlos. Seiner Sekretärin Nolwenn und dem Ehrgeiz des Präfekten ist es zu verdanken, dass Dupin in diesem Fall ermitteln darf. Aber nicht allein, denn die zuständige Kommissarin des Départements heißt Rose – und macht ihrem Namen alle Ehre …Was geht in den Salzgärten vor sich? Dupin und Rose suchen fieberhaft nach Anhaltspunkten und stoßen zwischen dem malerischen Golfe du Morbihan und den atemberaubenden Salinen auf falsche Alibis, gewaltige Interessenkonflikte, persönliche Fehden – und immer wieder auf urbretonische Geschichten. Als sich während ihrer Ermittlungen ausgerechnet ein Salzbauer erschießt, überschlagen sich die Ereignisse, und Dupin und Rose ahnen, dass ihnen nur noch wenig Zeit bleibt, um den Fall zu lösen.

Meine Meinung:

Ich habe die ersten beiden Bände mit Dupin verschlungen und geliebt. Mit diesem dritten Band hatte ich allerdings so meine Probleme. Eigentlich hatte ich schon letztes Jahr im Sommer mit dem Lesen begonnen, das Buch dann aber nach 100 Seiten erstmal wieder zur Seite gelegt, weil ich einfach nicht reinkam. Jetzt habe ich es mir nochmal vorgenommen und nach 150 Seiten beinahe abgebrochen. Ich weiß auch nicht, irgendwie ging es nicht voran und die endlosen Erklärungen bezüglich der Salzgärten empfand ich als sehr langatmig.

Aber dann hat es mich doch noch gepackt und ich bin froh, dass ich durchgehalten habe. Alles in allem kommt dieser Band bei weitem nicht an die beiden Vorgänger ran, aber es war trotzdem wieder schon mit Dupin und seinen Leuten. Lediglich mit seiner Kollegin Rose bin ich überhaupt nicht warm geworden.

Mein Rating:  * * *

„Bittere Wunden“ von Karin Slaughter

Kurzbeschreibung:

Die tiefsten Wunden sind jene, die uns die Vergangenheit zufügt.

Als eine Studentin spurlos verschwindet und Will Trent den Fall übernehmen will, wird ihm dieser mit unerwarteter Heftigkeit entzogen. Amanda Wagner, seine undurchschaubare Vorgesetzte, scheint Will mit aller Macht davon abhalten zu wollen, nach der Vermissten zu fahnden. Aber warum? Erst als sich die beiden in einem verlassenen Waisenheim gegenüberstehen, entspinnt sich eine Geschichte, die nicht nur das lang gehütete Geheimnis um Will Trents Vergangenheit endlich aufdeckt, sondern auch ein grausames Netz aus Verrat, Korruption und bitterem Hass entlarvt.

Meine Meinung:

Ich hatte den neuen Teil der Georgia Reihe um Will Trent und Sara Linton schon freudig erwartet und war so gespannt, wie es mit den Beiden weitergeht. Dieses Buch hat mich total umgehauen! Ich konnte gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören und wieder einmal hat mich die Beziehungskiste von Sara und Will total mitgerissen. Karin Slaughter kann wie kaum eine andere tiefste Gefühle entfachen – es ist einfach so schön und berührend! Ich hoffe nur, die Beiden lassen sich in Zukunft nicht von Angie manipulieren!

Was den Kriminalfall angeht – der hängt eigentlich ganz eng mit Will’s eigener Vergangenheit zusammen. Wir erfahren alles über seine Herkunft und wie seine Chefin, die undurchschaubare Amanda, damit verpflochten ist. Der Großteil des Buches handelt von einem Fall von 1975 – Amandas und Evelyn Mitchells erster Fall als Polizistinnen. Man erfährt so viel Interessantes über das Atlanta der 70er, die immer noch bestehende (inoffizielle) Rassentrennung und darüber, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau nur auf dem Papier bestand. Ich war teilweise zutiefst schockiert über die Zustände!

Für mich war „Bittere Wunden“ eine der bisher besten Teile der Reihe. Ich bin immer noch total begeistert – auch über den „Cliffhanger“ am Ende und kann es kaum erwarten, mit der Reihe weiter zu machen!!

Mein Rating:  * * * * *

„Kalte Narben“ von Karin Slaughter (e-short)

Kurzbeschreibung:

Detective Will Trent will einen Korruptionsfall aufdecken – um sich an die Drahtzieher heranzutasten, nimmt er die Identität des widerwärtigen Ex-Häftlings Bill Black an. Doch die Undercover-Ermittlung scheint wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen, als Will in einem Convenience Store Zeuge eines Raubüberfalls wird. Ein Cop verliert sein Leben, eine junge Frau verschwindet, und ein eiskalter Killer befindet sich auf der Flucht.

Meine Meinung:

Nachdem ich gerade „Bittere Wunden“ beendet hatte, war ich immer noch im Will Trent und Sara Linton Fieber, so dass mir diese Kurzgeschichte gerade richtig kam. Natürlich kann man auf 68 Seiten keine tiefgreifende Geschichte kreieren, trotzdem muss ich sagen, dass ich etwas enttäuscht war. Es gab viel Action, viel Verwirrung und plötzlich ist der Fall gelöst. Alles sehr durcheinander und im Gegensatz zu Slaughters Romanen, kein bisschen berührend. Trotzdem muss ich sagen: Lieber eine schlechte Geschichte mit Will Trent als gar keine.

Mein Rating: * * *

„Die Lebenden und die Toten“ von Nele Neuhaus

Kurzbeschreibung:

Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will gerade in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird durch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet – und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.

Meine Meinung:

Ich hatte schon sehnsüchtig den mittlerweile 7. Teil der Taunus-Krimis um Pia Kirchhoff und Oliver Bodenstein erwartet und war gespannt, welches Theme sich Nele Neuhaus diesmal vorgenommen hatte.

Ein Sniper erschießt kurz vor Weihnachten scheinbar wahllos mehrere Menschen. Allerdings nur auf den ersten Blick! Schließlich stellt sich raus, dass ein Angehöriger der jeweiligen Opfer etwas mit dem Tod einer Mutter vor 10 Jahren zu tun hatte – und deren anschließender Organspende. Das ist dann auch das Hauptthema des Krimis – Organspende. Und ich muss sagen, dieses Buch hat mich doch ziemlich zum Nachdenken gebracht. Ohne großes Zögern habe ich vor vielen Jahren einen Organspendeausweis ausgefüllt – was will ich mit meinen Organen, wenn ich doch tot bin und anderen Menschen das Leben retten könnte!? Ich weiß zwar nicht, inwiefern die Zustände bei einer kompletten Organentnahme (wie in diesem Buch geschrieben), der Tatsache entsprechen, allerdings hat mich der Umgang mit der „Ware“ und auch mit dem Hinterbliebenen doch sehr schockiert und ich könnte mir vorstellen, dass es in der Realität ähnlich ablaufen könnte. Ein sehr sensibles Thema!

Was den Krimiplot angeht, war ich wie immer begeistert und habe richtig mitgefiebert. Erst kurz vor den Ermittlern bin ich auf den wahren Täter gestoßen. Auch die Verzweiflung und Erschöpfung der Polizisten war gut zu spüren. Allerdings hat Pia mich an mehreren Stellen doch ziemlich genervt mit ihrer Art und ihrer Einstellung! Die Einführung ihrer Schwester Kim (und ein tieferer Einblick in Pias restliche Familie) fand ich erfrischend und bin gespannt, ob Kim nun öfter auftritt.

Mein Rating: * * * *